Top 10 Marinas auf den Schottischen Inseln
Wer auf den schottischen Inselgewässern segelt, betritt kein leichtes Revier. Der Minch, der Sound of Jura und der Pentland Firth verlangen Erfahrung, Geduld und genaues Gezeitenrechnen. Die Strömungen an Corryvreckan erreichen über acht Knoten, und ein Nordwestturm in den Äußeren Hebriden lässt keine Fehler zu. Genau diese Ursprünglichkeit zieht hartgesottene Segler immer wieder in diese Gewässer — und ein nüchternes, aber verlässliches Netz aus Marinas und Gastliegeplätzen hat sich etabliert, das diese Gemeinschaft trägt.
Tobermory Harbour, Isle of Mull
Die meistfotografierte Reede Schottlands: Tobermory's bunt bemalte Häuserreihe spiegelt sich im ruhigen Hafenbecken. Die Gastliegeplätze an den Nordpier-Pontons, betrieben von der Tobermory Harbour Association, bieten rund 30 Plätze mit Wasser und Strom. Der Tidenhub beträgt 4,2 m bei Springtide, sodass sorgfältige Längsseitsmanöver Pflicht sind. Im Ort gibt es einen Schifffahrtsbedarf, Provianteinkäufe und das Mull Museum mit Informationen über das versunkene Armadaschiff im Hafen.
Craobh Haven, Argyll
Hinter einer natürlichen Barriere aus kleinen Inselchen nahe dem Dorf Craobh liegt diese in den 1980er-Jahren errichtete Marina mit rund 250 Liegeplätzen. Die Lage in Loch Shuna, nördlich des Corryvreckan-Strudels, macht sie zur idealen Zwischenstation auf dem Weg entlang der Westküste. Es gibt Reparaturwerkstätten, eine Slipanlage mit Travellift und einen kleinen Segelclub mit sommerlichem Regattaprogramm.
Ardfern Yacht Centre, Loch Craignish
Ardfern zählt zu den traditionsreichsten Vollservice-Bootswerften an der schottischen Westküste. Die 150-Platz-Marina liegt am Kopf eines schmalen Seeloch, das Wetter abschirmt. Ein 40-Tonnen-Kran, Schiffsmechaniker vor Ort und ein Schifffahrtsbedarf mit Rocna-Ankern, Dyneema-Leine und West System Epoxid machen die Anlage komplett. Otter jagen in der Abenddämmerung im Seegras kaum einen Steinwurf von den Pontons entfernt.
Oban Marina, North Pier
Oban gilt als Meeresfrüchte-Hauptstadt Schottlands und ist das Tor zu den Inneren Hebriden. Die North Pier-Pontons bieten etwa 60 Gastliegeplätze; der CalMac-Fährterminal ist zu Fuß erreichbar, was Crewwechsel vereinfacht. Die Bucht kann bei nördlichen und nordwestlichen Winden exponiert sein, jedoch ist der Untergrund aus Sand und Schlick mit gutem Haltgrund. Versorgung ist kein Problem: Supermarkt, Räucherfisch und ein Yachtausrüster liegen in 800 m Reichweite.
Dunstaffnage Marina, bei Oban
Drei Kilometer nördlich von Oban ist Dunstaffnage die größte Bootslagerfläche in den Highlands and Islands: 175 Nasslageplätze und Trockenlagerfläche für über 300 Boote. Ein 60-Tonnen-Travellift, Dieselmechaniker, Rigger und GRP-Reparaturen werden vor Ort angeboten. Das nahe gelegene mittelalterliche Dunstaffnage Castle, 500 Jahre lang in Campbellscher Hand, lohnt einen Nachmittagsbesuch.
Portavadie Marina, Loch Fyne
2010 auf dem Gelände eines stillgelegten Ölplattform-Bauplatzes aus den 1970er-Jahren eröffnet, ist Portavadie heute die modernste Marina an der Westküste. Die 248 Liegeplätze verfügen über 32-Ampere-Landstrom, das Versorgungsgebäude wird mit Erdwärmepumpe beheizt, und das Resort-Hotel mit Spa lockt Paare, die Segeln mit Erholung verbinden. Ein direkter RIB-Service nach Tarbert verkürzt die Passage.
Tarbert Loch Fyne, Argyll
Am schmalen Hals der Halbinsel Kintyre haben Segler seit den nordischen Landnahmen des elften Jahrhunderts Schutz gesucht. Die Tartbert Harbour Authority-Pontons bieten rund 80 Liegeplätze, die während der Tarbert Boat Show im Mai restlos ausgebucht sind. Die Stadt hat einen Fish-and-Chips-Laden, ein viktorianisches Kulturzentrum und Zugang zum Kintyre Way-Wanderpfad entlang der Steilküste.
Stornoway Marina, Isle of Lewis
Die einzige echte Marina in den Äußeren Hebriden: Stornoway ist Pflichtanlaufpunkt auf dem Hebridean Way oder nach der Überfahrt über den Minch. Die 110-Liegeplatz-Anlage öffnete 2017 mit Pontons, WLAN und warmem Duschwasser. Die Stadt bietet einen Supermarkt, einen Dieselpontoon und das hervorragende Museum nan Eilean, das 10.000 Jahre Hebriden-Geschichte dokumentiert. Die Callanish Standing Stones liegen 24 km westlich.
Stromness Marina, Orkney
Stromness ist ein außergewöhnliches Ziel: Die Flagsteinpflaster der engen Gassen lassen kaum zwei Personen nebeneinander, und Robben sonnen sich nur 100 m von den Pontons entfernt. Die 60-Liegeplatz-Marina wird von Orkney Islands Council betrieben und bietet einen guten Ausgangspunkt für Scapa Flow, wo 1919 die deutsche Hochseeflotte versenkt wurde. Springströmungen in Hoy Sound erreichen 4,5 Knoten — Gezeitenrechnung ist Pflicht.
Kirkwall Marina, Orkney
Auf der Ostseite des Orkney-Festlandes liegt die kompakte 80-Liegeplatz-Marina in Fußnähe zur St. Magnus Cathedral, einem normannischen Meisterwerk aus rotem und gelbem Sandstein von 1137. Die Marina ist bei Westwinden gut geschützt, jedoch bei Nordostsee exponiert. Diesel, Wasser und Flüssiggas sind am Ponton erhältlich; der Hafenmeister gibt Auskunft über Bedingungen vor der Weiterreise nach Fair Isle oder Bergen.
Auf der Karte
Die schottischen Inselmarinas verteilen sich entlang einer der dramatischsten Küstenlandschaften Europas — von den geschützten Seeloch-Ankerbuchten Argylls bis zu den ausgesetzten Wikingerhäfen Orkneys. Nutze die interaktive Karte, um Deine Reiseroute zu planen, Zwischenstationen auszuwählen und Ankerplätze zwischen den Marinas zu finden. Entdecke die Schottischen Inseln auf der Karte und plane Deine nächste Törn durch diese wilden Gewässer.